Claus Jurichs
(28. März 1935 - 31. März 2005)
Disney-Sprechrollen :
eine Krähe - Dumbo (2. Synchro)
Herrchen Jim - Susi & Strolch (2. Synchro)
Pongo - 101 Dalmatiner (2. Synchro)
Robin Hood - Robin Hood
Joseph - Mein kleiner Esel (1. Synchro)
Grover Gogan - Elliot das Schmunzelmonster
2004 hatte ich ihn noch am Telefon gesprochen ... und er klang wie eh und je.
Claus Jurichs Stimme blieb über die Jahre undefinierbar jung und gaukelte dem Hörer
stets eine gewisse Art von Zeitlosigkeit vor. Mit diesem Timbre bekleidete er zwei der
schönsten, und bei Disney eher seltenen "Männer" Rollen, ohne dabei zu sehr
ins Comichafte abzudriften : den Fuchs Robin Hood und den Dalmatiner Pongo.
Der
Sohn eines Zahnarztes besuchte von 1953 bis 55 die Max-Reinhardt
Schauspielschule in Westberlin und debütierte anschließend am Bremer
Zimmertheater. 1956/57 fand man ihn an den Städtischen Bühnen sowie am Kabarett Tanderadei in Leipzig, danach nahm er ein
Theaterengagement in Meiningen wahr. Ende der 50er Jahre kehrt Jurichs nach Berlin
zurück. Fortan spielte er im Westen der geteilten Stadt Theater, während er im Osten
zahlreiche große Fernsehrollen angeboten bekam. Er war neben Gerhard Bienert und Wolfgang
Kieling einer der ganz wenigen Westberliner, die auch nach dem Mauerbau von 1961 in der
DDR spielen durften. Zu den markantesten Aufgaben vor der Kamera gehörten zweifelsohne
der Masham in der Scribe-Komödie Das Glas Wasser,
der junge Antifaschist Hans Scholl im Fernsehspiel Der Henker
richtet und der Damis im Tartuffe.
Große Popularität erntete Jurichs auch durch die Figur des Medizinstudenten und
Frauenhelden Klaus Bach in der Komödie Papas neue Freundin.
Der Stoff war so erfolgreich inszeniert, daß er noch zwei Fortsetzungen erfuhr. Seinen
letzten Auftritt in einer DDR-Produktion absolvierte Jurichs 1966 in der musikalischen
DEFA-Komödie Reise ins Ehebett. In späteren Jahren
widmete sich Claus Jurichs hauptsächlich der Arbeit als Autor, Regisseur und
Synchronsprecher. Immer wieder konnte man ihn aber auch in westlichen Film- und
Fernsehproduktionen entdecken, so z.B. im Tatort, bei Nonstop Nonsens, Direktion City oder
Hamburg Transit. Im Jahre 1998 führte er beim MDR-Fernsehen als Gastgeber durch eine
Bärbel Wachholz Gedenksendung, eine seiner letzten Auftritte.
Seine große Synchronzeit hatte Jurichs von den 60ern bis Anfang der 80er
Jahre. Er war der erste feste Sprecher von Terence Hill, bevor Thomas Danneberg den
Italiener übernahm. Von Rosemaries Baby über Planet der Affen und Star Wars bis Dirty
Dancing erklang seine immer warm-sympathische Stimme, die mit der TV-Soap Dallas
schlussendlich dann doch noch eine feste Rolle mit Wiedererkennungswert untermalte. Ken
Kercheval (Cliff Barnes) sollte auch über die Serie hinaus Claus Jurichs noch einige Zeit
begleiten.
(Dank an das DEFA Sternstunden Archiv)
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